Hildi über die Entstehung der Stücke:
So unterschiedlich, wie die Stücke von DD&D ist ihre Entstehungsgeschichte. Ein paar Dinge sind aber im Grunde immer gleich:
Die Skizze oder das Roharrangement
Die Rohform des Arrangements skizziere ich allein oder in Zusammenarbeit mit ein bis zwei Bandmitgliedern zu Hause oder im Proberaum am PC.
Falsch wäre es zu behaupten, die Lieder würden am PC entstehen. Denn bevor es an dem PC geht, ist schon eine Menge passiert. Die Lieder entstehen im Kopf und das meiste dann am Klavier oder auf der Gitarre. Der PC kommt hinzu, wenn es an das Arrangement geht.
Diese Skizzen sind Mixturen aus MIDI- und Audio-Spuren. In der Regel benutzen wir neben den Keyboards die Gitarren. Auf das Playback kommt dann die Gesangsspur.
Die gemeinsame Arbeit am Stück
Die Rohfassungen werden der Band vorgestellt. Gibt es größere Kritikpunkte, werden diese zunächst in einer neuen Rohfassung behoben. Ansonsten wird das Stück spielbar gemacht.
Die Bandmitglieder bekommen unterschiedliche Notizen (je nach Instrument) zum Stück. Die einzelnen Parts werden zunächst einzeln geübt. Dabei werden evtl. vorhandene Unstimmigkeiten bei der Stimmenverteilung etc. aufgedeckt. Beim Zusammensetzen der Parts wird das Stück dann abgerundet. In der Rohfassung kleben die Parts oft noch aneinander und haben nicht viel miteinander zu tun. Bei der gemeinsamen Arbeit in der Band werden die Übergänge flüssiger gemacht und die unerwünschten Haken entfernt.
Das Ergebnis hat meist nicht mehr viel mehr mit der Rohfassung zu tun, als die Idee, die dahinter steckt und evtl. noch die Keyboardsounds. Diese sind in der Regel in der Rohfassung schon ziemlich weit ausgearbeitet. Auch am Text ändert sich meist nicht mehr viel.
Zur Idee des Stücks
Der erste Schritt zum Stück unterscheidet sich schon mehr. Es gibt Stücke, die ganz allein meinem Kopf entsprungen sind, wie z.B. "Hintermänner", "Wächter der Natur" oder "World of Fantasy", Stücke, bei denen ich den Text als Vorlage bekommen habe und Stücke, bei denen z.B. Gesangsmelodie und bestimmte Riffs oder Themen schon feststanden.
Stücke aus meinem Kopf
Meist steht am Anfang der Text und vielleicht noch ein paar Schnipsel, die ich am Keyboard zusammengebastelt habe - Patterns, die noch zu keinem Stück gehören. Diesen Text wälze ich im Kopf so lange, bis er reif ist. Das erkenne ich daran, dass da irgendwo eine musikalische Stimmung in mir schwingt und sich ein paar Details herausformen. Zeit, mich ans Keyboard zu setzen und loszulegen.
Die einzelnen Parts belege ich in der Regel erst mit Rezitativen. Ich spreche den Text nur dazu, um zu sehen, wie er auf die Musik passt. Manchmal muss der Text, manchmal die Musik etwas angepasst werden.
Die Gesangsstimme erarbeite ich dann zusammen mit der Sängerin. Manchmal nimmt Rebecca auch einfach das Playback mit nach Hause und bastelt eine Gesangsstimme zusammen.
Stücke von anderen
Wenn ich ein fertiges Stück angeliefert bekomme, versuche ich mir vorzustellen, wer in der Band was davon spielt und wie das wohl klingen mag. Die Teile, die ich ungeschickt finde, oder bei denen ich überzeugt bin, dass es anders besser klingt, arrangiere ich um. Manchmal ist es so, als würde ich eine Coverversion des Stückes machen. Ich frage mich: Wie würde das Stück klingen, wenn es DD&D spielte. Ziel kann es aber nicht sein, den Charakter oder die Grundidee zu zerstören. Deshalb arbeite ich in diesen Fällen immer mit dem Hauptkomponisten zusammen.
Die Bedeutung von Schlagzeug und Gitarre
Während ich naturgemäß bezüglich Keyboards, Klavier und Bass schon relativ nah ans Original komme, was die Rohfassungen angeht, so handelt es sich vornehmlich beim Schlagzeug und Gitarre bestenfalls um Platzhalter.
Schlagzeuger und Gitarrist können den Charakter des Stückes durch ihre Stimmen natürlich nachhaltig beeinflussen. Diese Arbeiten machen wir wieder im Dialog. D.h. Marc und TG machen Vorschläge, die wir dann diskutieren.
Übrigens heißt das nicht, dass immer alle Klavier oder Bass stimmen die sind, die ich mir ausgedacht hatte. Schließlich haben hier alle ein paar Töne mitzureden.
Kompositionen von Rebecca
Rebecca über ihre Gesangsaufnahmen:
Eine Gesangsstimme entsteht in meinem Kopf. Damit ich sie nicht vergessen habe, bis sich irgendein Schwein dafür interessiert, nehme ich sie mit diesem tollen Gerät auf. Es ist ca. 18 Jahre alt und hat mich damals ein Vermögen gekostet.
Es hat mir schon viele gute Dienste geleistet.
Das sieht dann so aus, daß ich mich mit dem Recorder vor einen Lautsprecher der Stereoanlage hocke, darüber die Instrumentalversion laufen lasse, diese Kaffeezugabe von einem Mikrofon vor den Lautsprecher halte und karaokemäßig dazu in Richtung Mikro singe.
Klingt komisch - ist auch so.
Da ich zu Hause nicht so laut singen möchte (ich nehme meistens nachts auf und habe Mitleid mit den Nachbarn), sind die Aufnahmen entsprechend leise und zudem verrauscht.
Aber es reicht, um mich später an die Idee zu erinnern bzw. den anderen davon eine Vorstellung zu vermitteln.
Kompositionen für die verschiedenen Instrumentenparts eines Stücks liefen mit etwas mehr Technik, jedoch genauso schräg.
Aber das ist eine andere Geschichte...